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29.04.2015

Rede zur Inbetriebnahme des Windparks DanTysk

Rede zur Inbetriebnahme des Windparks DanTysk

 

Sehr geehrter Herr Minister,
Exzellenz,
sehr geehrter Herr Bundesminister,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrter Herr Nordström,
sehr geehrter Herr Hall,
sehr geehrter Herr Dr. Bieberach,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

dieses traditionsreiche Gebäude hat vieles erlebt und in sich gespeichert; unter anderem konnte man hier exotische Importartikel bis hin zum ausgestopften Krokodil kaufen.
 
Hamburg und Altona waren immer Umschlagplätze für Neues, Innovatives, gern auch Exotisches. Meistens kam das übers Meer, von der Nordsee, wo der Horizont schon von sich aus weit ist. Wir verknüpfen also heute altes Seemannsgarn mit einem hypermodernen Netz, das die Stromversorgung im Herzen des zusammenwachsenden Europas sicher und zukunftsfähig machen soll, mit der erneuerbaren Energie  Wind als Quelle. Ich freue mich, hier mit Ihnen am richtigen Ort für eine so symbolträchtige Inbetriebnahme zu sein. Auch wenn wir hier drinnen fast ein wenig zu windgeschützt sind, aber vielleicht kann man ja den Knopfdruck nachher akustisch mit etwas Stormgebruus unterlegen.   

Offshore Windparks vor der Westküste der Insel Sylt planen und bauen zu wollen, hat eine lange Vorgeschichte. Der heutige große Tag von Dan Tysk ist unter anderem ein Beweis dafür, dass die Branche es in weniger als fünfzehn Jahren geschafft hat, gegen manche Unkenrufe, die ambitionierte Idee küstenferner Windenergie Realität werden zu lassen.

Heute ist eine Energiewende ohne Offshore- Windenergie nicht mehr vorstellbar. Segler und Surfer wissen, dass man deshalb eigentlich von einer Energiehalse sprechen müsste, denn sie erfolgt mit dem Wind statt gegen ihn. Vattenfall und die Stadtwerke München stehen dafür, dass es eine echte Powerhalse werden kann wenn die Bedingungen weiterhin stimmen. Dazu müssen Politik, Industrie und Ingenieurskunst gemeinsam Überzeugendes auf Kiel legen und die Finanzierung muss aufgehen.

Natürlich geht es in Zukunft um Effizienz und Kostensenkungen. Die Kosten müssen weiter reduziert werden. Wegen der relativen Küstenferne keine leichte Sache. Auch die Wassertiefen sind beachtlich. Die technische Entwicklung verheißt gute Chancen, dass man auf weitere Synergieeffekte und Kostenvorteile hoffen darf.

Die deutsche Offshore-Windenergie-Branche hat Potenziale zur Kostensenkung ausgemacht. Diese sollen je nach Studie und Ausbaupfad 30 bis 40 Prozent erreichen. Doch das ist nur bei kontinuierlichem Ausbau möglich.
Die norddeutschen Länder unterstützen die deutsche Offshore-Windenergie-Branche. Sie sind entschlossen, das große Potenzial an Wertschöpfung, Arbeitsplätzen, Innovationen und Exportmöglichkeiten zu nutzen und die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Branche nachhaltig wachsen kann.
 
All das ist nicht nur gut für den Norden Deutschlands, sondern für das ganze Land.

Nur die Offshore-Windenergie erzeugt Strom fast grundlastfähig an gut 340 Tagen im Jahr und das sehr gut prognostizierbar. Seine Leistungsfähigkeit beweist Dan Tysk mit einer Stromerzeugung für bis zu 400.000 Haushalte.

Um dieses Potenzial nutzen zu können, braucht es den zügigen Ausbau der überregionalen Leitungsnetze in den Süden. Denn die Industrie, auch die in Bayern übrigens, benötigt eine verlässliche Stromversorgung zu kalkulierbaren Preisen.

Auch der Netzausbau auf dem Meer muss weiter voran kommen. Gefragt sind hier besonders die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und 50 Hertz. Wie können Bauzeiten von deutlich unter 60 Monaten erreicht werden? Ist eine Modularisierung der Netzanschluss-Standards möglich? Wie lassen sich Netz- und Windpark-Bau noch besser synchronisieren?

Der neue Wechselstromanschluss, den Siemens kürzlich vorgestellt hat, zeigt die Möglichkeiten von Forschung und Entwicklung. So oder so, ohne die neuen Stromautobahnen oder besser: Power Highways ohne diese leistungsfähigen Trassen von Nord nach Süd gelingt die Energiehalse nicht.

Ich freue mich, dass mit Dan Tysk ein guter Schritt getan ist, und wünsche allen Beteiligten Erfolg. Übrigens, noch vor sechzig Jahren wären bei diesem Projekt hohe diplomatische Hürden zu überwinden gewesen, ist doch die Windenergieanlage DT 22, genau genommen, der neue nördlichste Punkt Deutschlands.

Das hat heute aber keine praktische Bedeutung mehr und auch dafür steht ja der Name DanTysk: dass Dänemark und Deutschland ihre Energien gemeinsam nutzen. Nicht nur Hamburg und Altona sagen: Vielen Dank.

 

Es gilt das gesprochene Wort.