Sehr geehrte Frau Schöneberger,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
heute Morgen um 10:15 Uhr war in der ganzen Stadt eine Minute lang ein auf- und abschwellender Heulton zu hören. Der Katastrophenschutz hat die Sturmflutsirenen auf Ihre Funktionstüchtigkeit getestet.
Keine Sorge, die Wettervorhersage für heute ist weiterhin günstig, aber es ist durchaus sinnbildlich, dass diese Sirenen ausrechnet heute aufheulten. Sie sollen uns schließlich im Ernstfall daran erinnern, die Rundfunkgeräte einzuschalten und auf Durchsagen zu achten.
Die Aufforderung, das Radio einzuschalten, wenn es gefährlich wird, zeigt, wie bedeutsam dieses Medium im Alltag immer noch ist. Auf keinem anderen Weg erreichen wir so schnell, so unmittelbar und so einfach beinahe jede Bürgerin und jeden Bürger. Im Falle einer Sturmflut kann das überlebenswichtig sein.
Aber natürlich ist das Radio uns nicht nur deshalb besonders lieb, weil es im Notfall Leben retten kann. Es ist auch sonst ein wichtiger Begleiter im Alltag und reicht auch in die letzten Winkel unseres Landes auch in die, die noch kein Breitband haben. Selbst die meisten Smartphones sind ja heute UKW-fähig.
Technisch mag das Radio daher vergleichsweise robust und anspruchslos sein, aber um seinen Platz im Medienmix zu behaupten, braucht es immer wieder aufs neue frische Stimmen und innovative Ideen. Niemand sollte hier bloß auf Sirenen setzen.
Was alles möglich ist im Radio, werden wir heute wieder zu hören und einmal im Jahr beim Radiopreis auch zu sehen bekommen.
Ich freue mich, Sie alle auch in diesem Jahr wieder in Hamburger Hafen zum Deutschen Radiopreis begrüßen zu können. Was als etwas verwegenes Experiment begonnen wurde, hat sich mittlerweile zu einem der bedeutendsten Medienpreise Deutschlands entwickelt. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat dabei mitgeholfen und wird das auch weiterhin tun.
Denn zu guten Rahmenbedingungen für die Medien gehören nicht nur gute Staatsverträge und Gesetze, sondern eben auch die Orte, an denen sich die Branche trifft, um sich auszutauschen und sich des eigenen Standorts zu versichern.
Und deshalb bemühen wir uns in Hamburg einerseits um eine Medienordnung auf der Höhe der digitalen Zeit und andererseits um Veranstaltungen, die die Kraft zeigen, die im Medienschaffen steckt.
Ich gratuliere schon jetzt allen Nominierten und Preisträgern, die das mit ihrer Arbeit alltäglich machen. Und ich danke allen, die diesen Abend organisiert haben.
Hamburg ist gerne die Hauptstadt des Radios in Deutschland auch jenseits der Sirenengesänge
Schönen Dank!
Es gilt das gesprochene Wort.