Sehr geehrter Herr Eckert,
sehr geehrter Herr Ballhause,
sehr geehrter Herr Rieck,
sehr geehrter Herr Zurke,
sehr geehrter Herr Usinger,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
kürzlich hat ein Logistikexperte die These aufgestellt: Kein Mensch muss mehr im Stau stehen. Also auch kein LKW-Fahrer, und damit keine Ladung, keine Waren. Eine kühne Vision, aber zweifellos eine attraktive, vor allem für eine Branche, die zum Ziel hat: die richtige Menge der richtigen Objekte in der richtigen Qualität zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen.
Das allerdings wird vor dem Hintergrund volatiler Märkte, fortschreitender Globalisierung und steigenden Umwelt- und Kostenbewusstseins immer komplexer und ist nur mit wachsender Technisierung und Digitalisierung zu schaffen.
Wir reden also über eine Branche im Wandel. Während man früher von Lagerhaltung und Transport sprach, geht es heute um supply chain management, was auch einen qualitativen Sprung beschreibt. Logistik umfasst zunehmend die Organisation der gesamten Wertschöpfungskette. Hamburg steckt als Verkehrsknotenpunkt und als Stadt mit dem zweitgrößten Containerhafen Europas mitten drin in dieser Entwicklung. Als Erstem Bürgermeister ist mir das Thema deshalb ein besonderes Anliegen und ich habe mich über die Einladung zu dieser Konferenz sehr gefreut.
Wir reden auch über eine Branche, die wächst und weiter wachsen wird. Allein der Güterverkehr wird, so die aktuelle Güterverkehrsprognose des Bundes, gegenüber 2010 um 38 Prozent zunehmen. Für Hamburgs Containerumschlag sagt die Seeverkehrsprognose des Bundes bis 2030 einen jährlichen Zuwachs von 3,7 Prozent voraus.
Der Zuwachs spiegelt sich in den Beschäftigtenzahlen. Schon jetzt arbeiten in der Metropolregion 400.000 Beschäftigte in den mehr als 12.000 Unternehmen der Logistikbranche. Das entspricht der Bevölkerung einer deutschen Großstadt. Zehn Prozent der Auszubildenden der Branche bundesweit werden in Hamburg ausgebildet. Und zwar gut ausgebildet, was man jüngst daran sehen konnte, dass beim Nachwuchswettbewerb Spedition und Logistik zwei von drei Preisträgern aus Hamburg kamen. Die Stadt verfügt mit mehr als 500 aktiven Mitgliedsunternehmen in der Logistik-Initiative über das größte Logistik-Branchen-Netzwerk in Deutschland.
Das findet auch überregional Beachtung. Der Logistikstandort Hamburg wurde in jüngster Vergangenheit mehrfach ausgezeichnet. Mit Platz 1 im Ranking als dynamischste Logistikregion des Beratungsunternehmens SCI-Verkehr, mit dem Image-Award der Verkehrsrundschau und als Logistik-Champion durch die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Service.
Läuft also alles wie geschmiert? Nicht ganz, denn trotz der eindrucksvollen Zahlen ist die Branche bei potenziellen Arbeitskräften und Azubis eher ein hidden Champion. Als attraktives Berufsfeld ist Logistik bei den meisten Nachwuchskräften leider noch viel zu wenig bekannt. Das muss sich ändern, denn wenn die globale Arbeitsteilung und der globale Handel weiter zunehmen, muss es Arbeitskräfte geben, die das alles organisieren. Deshalb vorweg eine gute Nachricht: Hamburg wird als europäische Metropole nach Aussage von Experten weiter wachsen und auch für junge Arbeitskräfte immer attraktiver werden.
Hamburg hat ja auch im Vergleich zu anderen Ländern kein Demografieproblem. Wir werden bis 2030 auf 1,9 Millionen Einwohner wachsen, vielleicht noch mehr. Deswegen sind die genannten Auszeichnungen kein Strohfeuer, das wieder ausgehen wird. Denn Hamburg bietet eigentlich alles für die Logistikbranche, vor allem Arbeitskräfte zum Beispiel in Billstedt oder Mümmelmannsberg. Und Flächen! Das unterscheidet Hamburg von anderen Standorten wie etwa Bad Hersfeld. Dort haben die Logistiker das Problem, dass sie keine Arbeitskräfte finden. Metropolen wie Hamburg bieten das.
Das bedeutet nicht, dass wir uns auf Dauer von allgemeinen Trends ganz abkoppeln können bei allem Bemühen darum, für zuziehende Neu-Hamburger attraktiv und gleichzeitig auf sie vorbereitet zu sein. Zwar steht Hamburg wegen ihres Wachstums als Stadt vergleichsweise gut da. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB wird das Potenzial erwerbsfähiger Personen der 15- bis unter 65-Jährigen bei uns sogar noch weiter steigen, auf rund 1,23 Millionen bis 2020.
Trotzdem spüren viele Unternehmen in Hamburg bereits jetzt deutlich, dass sich die Zahl der Schulabgänger in den benachbarten Bundesländern seit 2008 zum Teil erheblich reduziert hat. Der Nachwuchs wird knapper und könnte in Zukunft noch knapper werden.
Ein zunehmender Anteil der Schüler und Schülerinnen in Hamburg stammt aus Zuwandererfamilien und hat somit häufig das, was wir einen anderen kulturellen Hintergrund nennen. Das sollte in einer international aufgestellten Branche eigentlich ein Vorteil sein, aber der wird nach meinem Eindruck noch viel zu wenig als solcher angesehen und genutzt. Wenn dazu noch avisiert wird, dass nach 2020 auch in Hamburg die Zahl der Erwerbsfähigen rapide sinken werde, müssen wir uns etwas einfallen lassen, und damit meine ich alle zusammen die Politik, die Unternehmen und die Gewerkschaften.
Fangen wir bei der Politik an, das ist für mich am einfachsten. Der Senat hat die Bedeutung des Themas Fachkräftesicherung erkannt und mit dem im Juni 2013 gegründeten Aktionsbündnis für Bildung und Beschäftigung Hamburg Hamburger Fachkräftenetzwerk eine Plattform geschaffen für die enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschafts- und Sozialpartnern und der Arbeitsverwaltung. Zu den Zielen gehört es, Fachkräfte zu qualifizieren, Frauen bessere Karrierechancen zu ermöglichen und durch eine ausgeprägte Willkommenskultur Fachkräfte aus dem In- und Ausland verstärkt an den Standort zu ziehen. Mit altersgerechten und attraktiven Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten wollen wir eine lange, produktive Erwerbstätigkeit sicherstellen.
Die Logistik-Branche ist fest eingebettet in die Clusterpolitik des Senats, mit der wir acht Zukunftsbranchen nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch als dauerhafter Partner. Moderator und Impulsgeber. Ausbildung und Qualifizierung sind wesentliche Bausteine dieser Politik. Zum Beispiel versucht die Qualifizierungsinitiative des Logistik-Clusters, mit neuen innovativen Bildungsangeboten Schüler für diese Branche zu interessieren.
Denn in Zukunft wird ein Faktor keineswegs an Bedeutung verlieren für die Wettbewerbsfähigkeit von Standorten und Unternehmen, so smart und digitalisiert diese Zukunft auch sein wird: der Faktor Man- und Womanpower.
Im Oktober 2012 hat die Initiative beispielsweise erstmals junge Leute ab 14 Jahren zu einer Erlebniswoche eingeladen, das war eine Veranstaltung unter dem Jahresthema Menschen machen Logistik, und damit das Thema Fachkräfte als Wettbewerbsfaktor stärker in den Blickpunkt besonders mittelständischer und kleiner Unternehmen gerückt. Ich habe mich damals gerne bereit erklärt, die Schirmherrschaft für dieses Jahresthema zu übernehmen. 18 Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen haben an fünf Tagen ihre Betriebe für interessierte engagierte Jugendliche geöffnet und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihrer Arbeit und ihrem Werdegang erzählen lassen, um so die Vielfalt der Berufe erfahrbar zu machen und Begeisterung für technische Berufe zu wecken.
In diesem Jahr wird die Erlebniswoche übrigens in Kooperation mit dem Maritimen Cluster Norddeutschland und dem Luftfahrtcluster Hamburg Aviation organisiert. Das Thema lautet: Bewege deine Zukunft! Mach dich schlau über deine Chancen in Berufen der Logistik, Luftfahrt und maritimen Wirtschaft. Wie die Unternehmen die Veranstaltungen gestalten, entscheiden sie individuell nach ihren Bedürfnissen. Dies als Einladung an die anwesenden Betriebsräte, Unternehmensverbände und alle, sich zu beteiligen! Im Zentrum steht jedoch immer der Erfahrungsaustausch zwischen den Jugendlichen und den Beschäftigten, denn die können am besten über ihre Berufe informieren und dafür begeistern.
Dass Logistik ein Berufsfeld mit vielen Karrierechancen ist, zeigt das Young Professionals Network Logistics der Logistik-Initiative. Damit sich das herumspricht, organisiert es Stammtischtreffen für Studierende, Azubis und Berufseinsteiger in der Logistik und unterstützt die berufliche Entwicklung, indem es zum Beispiel über sogenannte CXO-Lectures also Vorlesungen von Führungskräften Kontakte zu Vorständen vermittelt.
Für Schülerinnen und Schüler bietet das Internetportal Logistik lernen natürlich in Hamburg! Informationen zu den Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Studiengängen in der Logistik. Und wer testen will, wie man am besten einen Container verlädt, ist bei ProfTrain richtig. Das Forschungsprojekt hat das Ziel Logistik (be)greifbar darzustellen und durch Mitmachen Interesse zu erzeugen.
Es sind vor allem die Projekte in und für Schulen, aber auch außerschulische Angebote, die den Jugendlichen helfen sollen, eine realistische Darstellung der Berufsmöglichkeiten in der Branche zu erhalten. Das ist entscheidend, damit es nicht zu falschen Vorstellungen bei der Berufsauswahl kommt, eine hohe Abbruchquote bei den Ausbildungen vermieden wird und viele junge Leute für die Branche nachhaltig begeistert werden.
Übrigens werden auch Berufskraftfahrer knapp. Bundesweit Pilotcharakter hat deshalb das Projekt Eurotrucker. Die Straßenverkehrsgenossenschaft Hamburg und der Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg haben gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und der Berlitz Sprachschule ein Projekt gestartet, in dem Migranten mit bisher mangelnden Deutschkenntnissen zum Berufskraftfahrer qualifiziert werden. Schon jetzt ist ein hoher Bedarf abzusehen, weil in den nächsten zehn bis 15 Jahren etwa ein Drittel der Fahrer altersbedingt in den Ruhestand gehen wird. Nachwuchs und qualifizierte Seiteneinsteiger sind schwierig zu gewinnen. Dank eines intensiven, fachlich ausgerichteten Sprachtrainings und einer bedarfsorientierten Qualifizierung in enger Kooperation mit Unternehmen erhalten die Eurotrucker nicht nur einen qualifizierten Berufsabschluss, sondern auch eine garantierte Anschlussbeschäftigung.
Die Vielzahl der Bemühungen zeigt, dass es die Logistikbranche nicht leicht hat, und wie wichtig das Werben um Nachwuchs ist. Derzeit ist die Ausbildungsquote in den Logistikberufen mit 2,7 Prozent noch sehr gering und die Zahl der Auszubildenden sogar rückläufig. Das muss sich ändern! Wir helfen gern bei der Suche nach Auszubildenden und dem Eingewöhnen. Die Stadt Hamburg unterstützt beispielsweise mit der Einrichtung der im bundesweiten Maßstab bisher einmaligen Jugendberufsagentur aktiv den Übergang von der Schule in den Beruf.
Ich würde mich freuen, wenn wir gemeinsam noch mehr Unternehmen dazu bringen, dieses oder auch andere Unterstützungsangebote der Stadt oder der Agentur für Arbeit anzunehmen. Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, um niemanden zu verlieren und jedem eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen.
Meine Damen und Herren,
qualifizierte und engagierte Arbeitskräfte gewinnt man aber auf die Dauer nur mit attraktiven Arbeitsplätzen. Damit meine ich nicht zuletzt faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Hier sind in erster Linie die Unternehmen und Betriebe gefordert, die die Verantwortung für eine nachhaltige Personalentwicklung und -akquisition tragen. Damit meine ich auch gute Aufstiegschancen, interessante Aus- und Weiterbildungsangebote. Da muss es auch um flexible Arbeitszeiten und eine familienbewusste Personalpolitik gehen. Das alles ist unverzichtbar, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.
Auch der Staat kann ein gutes Vorbild geben und Rahmenbedingungen gestalten, wie beispielsweise mit der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns auch für die Logistikbranche.
Gleichzeitig ist aber auch jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin gefordert, sich selbst weiter zu qualifizieren. Hilfestellung und Unterstützungen findet man im Informations- und Beratungszentrum Weiterbildung Hamburg, beim Weiterbildungs-Kursportal WISY, und speziell für den Bereich Logistik bietet das Internetportal Logistik Lernen für Berufstätige die Möglichkeit, gezielt nach Weiterbildungen, Umschulungen oder Fortbildungsprüfungen im Bereich der Logistik zu suchen. Derzeit wird ergänzend an einer Datenbank gearbeitet, die Transparenz auf dem Weiterbildungsmarkt Logistik in der Metropolregion schaffen soll.
Den Gewerkschaften und Betriebsräten kommt zukünftig eine noch stärkere Bedeutung dabei zu, sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer zur permanenten Weiterbildung zu motivieren. Den Verdi-Slogan: GUTE ARBEITsbedingungen. GEHT. ZUSAMMEN. unterstütze ich ausdrücklich!
Meine Damen und Herren,
Nie wieder Tüten schleppen zitierte das Magazin Brand eins vor einiger Zeit einen Logistik-Forscher. Aber wenn wir nicht mehr schleppen wollen, dann müssen die Waren rollen auf der Straße, auf Schienen, oder sie müssen schippern, zum Beispiel auf der Elbe oder dem Nordostseekanal. Logistik ist auf eine gute Verkehrsinfrastruktur angewiesen. Damit sind wir bei einer ernsthaften und großen Aufgabe angelangt, denn die Verkehrswege in Deutschland sind in keinem rundum guten Zustand.
Der Hamburger Senat handelt. In der laufenden Legislaturperiode hat er die Mittel für den Unterhalt und die Investitionen in unsere Straßen kontinuierlich gesteigert und führt wie Sie alle vermutlich gemerkt haben ein umfangreiches und dringend notwendiges Sanierungsprogramm durch. In diesem Jahr haben wir die Finanzmittel für das Hamburger Straßennetz im Vergleich zu 2008 fast verdoppelt. In 2014 stehen 72 Millionen Euro bereit.
Aber das allein reicht nicht. Auch der Bund muss seinen Teil betragen, denn die vorhandenen Kapazitäten auf Straße, Schiene und Wasser reichen nicht aus, um die steigenden Gütermengen zu bewältigen. Die vorhandenen Schienenwege sind jetzt schon bis an die Grenzen ausgelastet, die Autobahnen ebenfalls, und das schon seit vielen Jahren. Beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur müssen deshalb vorrangig solche Projekte weiterentwickelt werden, die Engpässe beseitigen und maßgeblich zur Wertschöpfung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene beitragen.
Das wird auch der Ausbau der Transeuropäischen Netze tun, die zur Verwirklichung des Binnen-marktes, zum Vermehren von Arbeitsplätzen und zu einem sozialen, wirtschaftlichen und geografischen Zusammenhalt beitragen. Hamburg wird von drei dieser europäischen Netzkorridore berührt, die bis 2030 vollendet werden sollen und für die Fördermittel in Höhe von insgesamt 26,2 Milliarden Euro bereit stehen.
Wir in Hamburg haben klare Infrastrukturprioritäten. Der Hamburger Senat muss sich zum Hafen nicht groß bekennen, denn er hat, wie alle Hamburger, dessen Bedeutung mit dem Morgenkaffee eingesogen, bevor er aus dem Haus geht, und dementsprechend wird ständig an Ausbau und Optimierung der öffentlichen Infrastruktur gearbeitet. Zunächst sind für den Hafen, als Zentrum der Logistikregion, ab 2015 jährlich rund 124 Millionen Euro öffentliche Finanzierungsmittel aus dem Hamburger Haushalt vorgesehen.
Es reicht aber nicht aus, dass nur die Häfen gut ausgebaut sind. Die deutsche Exportwirtschaft ist darauf angewiesen, dass Ladung schnell, verlässlich und kostengünstig von und zu den deutschen Seehäfen transportiert wird. Daher ist es für die deutschen Seehäfen unerlässlich, dass der Bund auch hier seinen Aufgaben nachtkommt und die Hinterlandanbindungen ausbaut.
Deshalb begrüßen wir es außerordentlich, dass der Bund in seiner Neuaufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2015 bei künftigen Aus- und Neubaumaßnahmen einen Schwerpunkt auf die Engpassbeseitigung setzen wird. Das bietet für Hamburg die Chance, die Infrastrukturmaßnahmen, die unmittelbar und ohne Zweifel der Verbesserung der seewärtigen Zufahrten sowie der Seehafenhinterland-anbindungen dienen, prioritär weiter zu verfolgen und sie zeitnah und bedarfsgerecht zu realisieren.
Auch auf den Wasserwegen gibt es erhebliche Defizite. Weil die Sanierung und Ertüchtigung des Nord-Ostsee-Kanals so lange unterblieben ist, nutzen Seeschiffe inzwischen den langen, teuren und ökologisch schädlicheren Weg um Skagen, allein weil dieser kalkulierbar ist.
Eines der wichtigsten Projekte für Hamburg ist und bleibt jedoch die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe. Angesichts der nahenden Urteilsverkündung des Bundesverwaltungs-gerichtes, so lese ich es in dem Blog Hamburg für die Elbe, sei es im Hamburger Blätterwald und im Parlament verdächtig ruhig geworden. Es scheint die Ruhe vor einem wie auch immer gearteten Sturm zu sein Zitatende.
Ersteres stimmt, aber den Sturm sehe ich nicht heraufziehen, eher hätte die Flaute eintreten können, wenn wir nicht gut auf eine für Hamburg positive Entscheidung hingearbeitet hätten. Haben wir aber.
Derzeit können Schiffe ab einer bestimmten Größe den Hafen nur teilgeladen anlaufen, weil die Elbe keine ausreichende Fahrwassertiefe hat. Damit Hamburg seine Wettbewerbsfähigkeit bewahren kann, muss die Elb-Fahrrinne daher an die Erfordernisse der Schifffahrt angepasst werden.
Auf die sehr komplexe rechtliche Materie, um die es hier geht, möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen. Nur so viel: Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit unserem Projektpartner, dem Bund, unser Bestes getan und eine erstklassige Projektplanung vorgelegt haben. Unterstreichen möchte ich dabei insbesondere, dass diese Planung einen angemessenen und fairen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen vorsieht.
Wir hoffen und vertrauen darauf, dass die gründlichen Vorarbeiten Hamburgs und des Bundes die Richter am Bundesverwaltungsgericht, wegen der herausragenden nationalen Bedeutung dieser Maßnahme für den gesamten Logistikstandort Deutschland überzeugen werden. Wir haben hart daran gearbeitet und unsere Bemühungen werden hoffentlich vom Erfolg gekrönt werden. Jetzt heißt es warten bis zum 2. Oktober, an diesem Tag am Beginn des 26. Jahres der Deutschen Einheit wird das Bundesverwaltungsgericht sein Urteil verkünden.
Meine Damen und Herren,
Nie wieder Stau, Nie wieder Tüten schleppen die Forscher zeigen uns, wohin die Reise dank Internet und immer ausgeklügelterer Software gehen könnte. Ihre Vision nennen sie Global Logistics 4.0 und gemeint ist, ich zitiere, die unschlagbar effiziente Logik des Internets auf die physische Welt (zu) übertragen, so Professor Rod Franklin von der Hamburger Kühne Logistics University. Transportmittel würden dann, wie das Internet auch, von allen Anbietern gemeinsam genutzt und damit optimal ausgelastet.
Ob diese Zukunft Realität wird, hängt von allen Beteiligten ab von Forschern und IT-Experten, die passende Lösungen für die Bedürfnisse der Unternehmen entwickeln, über die Unternehmer, die solche Lösungen in ihren Unternehmen einführen, bis zu den Beschäftigten, die sie anwenden.
Es gibt also viel zu tun. Lassen wir Kräne, Kraftfahrer und Computer anpacken, und tun wir es selbst, damit Hamburg auch auf dem Feld der Logistik Innovationshauptstadt 2020 wird.
Vielen Dank.
Es gilt das gesprochene Wort.